Neu! Orgelmusik

Besondere Zeiten erfordern das Gehen neuer Wege. Einmal wöchentlich können Sie hier schönen Orgelklängen lauschen…


 Johann Sebastian Bach (1685-1750): O Mensch, bewein dein Sünde groß (aus dem „Orgelbüchlein“), gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob

Johann Sebastian Bachs „Orgelbüchlein“ gilt als eine der bedeutendsten Sammlungen von Choralvorspielen. Geordnet nach den liturgischen Zeiten zeigen die 45 Stücke unterschiedliche Möglichkeiten einer Choralbearbeitung. Die im Autograph enthaltenen leeren Seiten deuten darauf hin, dass noch mehr Choralbearbeitungen komponiert werden sollten. Albert Schweitzer bezeichnete das „Orgelbüchlein“ als „Wörterbuch der Bachschen Tonsprache“.


 Joseph Haydn (1732-1809): Menuett und Presto (aus den
„Flötenuhrstücken“), gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in
St. Jakob

Joseph Haydn (1732-1809): Andante C-Dur (aus den „Flötenuhrstücken“), gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob

Flötenuhren sind mechanische Uhrwerke in Kombination mit einer kleinen Orgel. Zu eingestellten Zeiten erklingen durch Stiftwalzen gesteuert kleine Musikstücke. Die Blütezeit der Flötenuhren war im ausgehenden 18. Jahrhundert. Unter anderem komponierten Händel, C. Ph. E. Bach, Salieri ,Haydn, Mozart und Beethoven Stücke für Flötenuhren.


Girolamo Frescobaldi (1583-1648): Ave Maris Stella (gespielt von Markus Schaubel an der Walcker-Orgel in St. Pius)

Der in Ferrara geborene Frescobaldi war unter anderem Organist am Petersdom in Rom und Hoforganist in Florenz. Seine Kompositionen fanden viel Beachtung und viele deutsche Organisten reisten nach Rom um von ihm zu lernen. Auch Johann Sebastian Bach kannte seine Werke. Die vier kleinen Stücke des „Ave Maris Stella“ wurden im Wechsel mit gesungenen Strophen musiziert. Der Hymnus findet sich im Gotteslob unter der Nummer 520.


Ludwig Boslet (1860-1951): Vorspiel in C-Dur (gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob)

Nach seiner Ausbildung am Lehrerseminar und kurzer Lehrertätigkeit studierte der in Biedershausen bei Zweibrücken geborene Ludwig Boslet am Stuttgarter Konservatorium und an der Tonkunstakademie in München. Dort war er Schüler von Joseph Rheinberger. Nach Organistentätigkeit in Ludwighafen und St. Ingbert wurde er 1909 Organist an St. Matthias in Trier und 1911 dort Domorganist. Dieses Amt hatte er bis 1941 inne.

Johann Sebastian Bach: Präludium in C-Dur, BWV 545 (gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob)

Johann Sebastian Bach (1685-1750), Stationen:

1703 Musiklakai in Weimar 1703-1707 Organist in der Neuen Kirche in Arnstadt 1707-1708 Organist an Divi-Blasii in Mühlhausen 1708-1717 Hoforganist und Kammermusiker in Weimar 1717-1723 Hofkapellmeister in Köthen 1723-1750 Thomaskantor in Leipzig


Ludwig Boslet (1860-1951): Pastorale (gespielt von Markus Schaubel an der Walcker-Orgel in St. Pius)

Johann Pachelbel: Vom Himmel hoch, da komm ich her (gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob)

Den Text des bekannten Weihnachtslieds dichtete Martin Luther, der Legende nach für die Bescherung seiner eigenen Kinder an Heiligabend 1533 oder 1534. Ursprünglich wurde das Lied auf eine andere Melodie gesungen. 1539 wurde das Lied dann auch mit einer von Luther komponierten Melodie gedruckt. Das Lied fand große Verbreitung und ist heute unter anderem im Gotteslob unter der Nummer 237 und im evangelischen Gesangbuch unter der Nummer 24 zu finden. Komponisten wie Bach, Mendelssohn Bartholdy, Reger, Strawinski und viele andere bearbeiteten in unterschiedlicher Weise das Lied. In der Choral-Bearbeitung von Johann Pachelbel (1653 – 1706) liegt der cantus firmus, also die Lied-Melodie, im Bass und wird vom Pedal gespielt.


J. C. F. Fischer: „Ricercar pro Tempore Adventus“ (Ave Maria klare), gespielt von Markus Schaubel an der Walcker-Orgel in St. Pius

Johann Caspar Ferdinand Fischer (1656 – 1746) begann seine musikalische Ausbildung am Piaristen-Kollegium im böhmischen Schlackenwerth. Evtl. war er Schüler von J. B. Lully in Paris. Ab 1715 ist seine Tätigkeit als Hofkapellmeister am Hof des Markgrafen in Rastatt nachweisbar. Fischer komponierte neben geistlicher und weltlicher Vokalmusik Orchesterwerke, Musik für Cembalo und für Orgel. Als eine seiner wichtigsten Kompositionen gilt „Ariadne Musica“, eine Sammlung von Präludien und Fugen in 20 verschiedenen Tonarten für Orgel. Auch Johann Sebastian Bach kannte und schätzte offenbar die Werke Fischers.

Dieterich Buxtehude: „Nun komm, der Heiden Heiland“, gespielt von Markus Schaubel an der Walcker-Orgel in St. Pius

Dieterich Buxtehude (1637 – 1707)  wurde  wahrscheinlich in Helsingborg als Sohn des Organisten Johann Buxtehude geboren. Er war Organist in Helsingborg, in Helsingør und an St. Marien in Lübeck. Dort führte er die von seinem Schwiegervater Franz Tunder begründeten Abendmusiken fort, die ihn als Orgelvirtuosen und Komponisten bekannt machten. 1705 wanderte (!) Johann Sebastian Bach von Arnstadt in Thüringen aus nach Lübeck (ca. 465km), um Buxtehude zu hören. Vermutlich erhielt er auch Unterricht von ihm und verlängerte eigenmächtig seinen Urlaub um 12 Wochen. Buxtehude gilt als der berühmteste Vertreter des norddeutschen Orgelbarocks. Neben 89 Orgelwerken sind auch viele Kantaten und geistliche Konzerte sowie Cembalomusik von ihm überliefert. Buxtehudes Choralvorspiel „Nun komm, der Heiden Heiland“ beruht auf einem Adventslied Martin Luthers, welches wiederum den Hymnus „Veniredemptor gentium“ des Ambrosius von Mailand als Grundlage hat. Das Lied findet sich unter der Nummer 227 (Komm, du Heiland aller Welt) im Gotteslob bzw. unter der Nummer 4 im Evangelischen Gesangbuch.

Johann Gottfried Walther: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (gespielt von Markus Schaubel an der Walcker-Orgel in St. Pius)

Johann Gottfried Walther (1684-1748) begann seine Ausbildung bei Johann Bernhard Bach (einem Verwandten von Johann Sebastian Bach) in Erfurt und setzte sie bei weiteren Musikern fort. 1702 wurde er Organist an der Erfurter Thomaskirche, 1707 Organist an der Stadtkirche St. Peter und Paul in Weimar. Hier begann auch die freundschaftliche Beziehung zu Johann Sebastian Bach, der zu dieser Zeit in Weimar als Hofkapellmeister wirkte (Walther war weitläufig mit J. S. Bach verwandt.). Walther komponierte viele Orgelwerke (vor allem Choralvorspiele), bearbeitete unter anderem italienische Concerti für die Orgel und ist Autor eines Musiklexikons.

Otto Dienel: „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel von St. Jakob

Der 1839  in Tiefenfurt (Niederschlesien) geborene Otto Dienel (1905) vertrat seinen Vater bereits mit 10 Jahren im gottesdienstlichen Orgelspiel. Nach Abitur und Ausbildung am Lehrerseminar wurde er Hilfslehrer in Alzenau, bevor er sich ein Musikstudium in Berlin leisten konnte. 1869 wurde er Nachfolger seines Lehrers August Wilhelm Bach als Organist der Marienkirche Berlin-Mitte. Dort wurde er 1881 zum Musikdirektor ernannt. Diese Stelle hatte er bis zu seinem Tod 1905 inne. Daneben wirkte er als Musiklehrer am Lehrerseminar sowie als Orgellehrer. Sein bekanntester Schüler war der spätere Leipziger Thomaskantor Karl Straube. Dienel komponierte rund 600 Werke, die meisten darunter sind Orgelstücke.

Johann Christian Heinrich Rinck: Präludium in F gespielt von Markus Schaubel

Johann Christian Heinrich Rinck (1770 – 1846) war Schüler von Johann Christian Kittel, einem Schüler von Johann Sebastian Bach. Rinck wurde 1790 Stadtorganist in Gießen, 1803 dort Universitätsmusikdirektor. Ab 1805 wirkte er in Darmstadt als Kantor und Organist an der Stadtkirche, später als Hoforganist und Kammermusiker Großherzogs Ludwig I. sowie als Musiklehrer am Padagogium und als Musikkritiker. Er galt als einer der besten Organisten und Orgel-Komponisten seiner Zeit. Sehr verbreitet war seine sechsbändige „Praktische Orgelschule“. In seinen Kompositionen verbindet Rinck Elemente der Barockzeit, der Klassik und der Frühromantik.

„Johann Pachelbel: Präludium in e“
(gespielt von Markus Schaubel an der Späth-Orgel in St. Jakob)

Johann Pachelbel (1653 – 1706) gilt als einer der wichtigsten Orgel-Komponisten der Barockzeit. Der in Nürnberg geborene Pachelbel übernahm 1677 das Amt des herzoglichen Hoforganisten in Eisenach und lernte dort die Familie Bach kennen, 1678 wurde er Organist an der Predigerkirche Erfurt, wo er den älteren Bruder von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Bach im Orgelspiel unterrichtete. 1690 wechselte er nach Stuttgart als Hoforganist, 1692 wurde er Stadtorganist in Gotha. 1695 kehrte er in seine Heimatstadt Nürnberg zurück und wirkte dort als Organist an St. Sebald.

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